Amtsbericht Bsatzig 2006
| Getreue, liebe Stimmbürgerinnen und Stimmbürger des Kreises Churwalden, verehrte Gäste, geschätzte Anwesende | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| I. | Ich begrüsse Sie alle, die sie an die Landsgemeinde gekommen sind, um das Stimm- und Wahlrecht auszuüben. An der Churwaldner Bsatzig werden schon seit weit mehr als fünfhundert Jahren die Kreisbehörden und die Abgeordneten gewählt. Ein ganz spezieller Gruss geht an die anwesende Jugend, vor allem an die jungen Stimmberechtigten, die zum ersten Mal aktiv an der Landsgemeinde teilnehmen. Es freut mich, dass ich unter den Stimmbürgern unseren Bezirksgerichtspräsidenten Dr. Urs Raschein willkommen heissen darf. Sodann begrüsse ich herzlich alle Bsatzigsbesucher mit einer engen Beziehung zu unserem Kreis sowie alle Gäste, die uns heute durch ihre Anwesenheit beehren. Unter Letzteren möchte ich folgende speziell erwähnen: Ich begrüsse herzlich Kantonsgerichtsvizepräsident und alt Landammann von Churwalden, Urs Schlenker. Ich begrüsse meinen Amtskollegen des Kreises Alvaschein, Kreispräsident Werner Wyss. Ich begrüsse Grossrat Urs Marti, Chur und zu guter Letzt den Grenzwacht-kommandanten von Basel, Oberst Markus Hubeli. Es freut mich, dass sich Vertreter der Medien hier eingefunden haben. Ich danke ihnen zum Voraus für ihre Berichterstattung. Geschätzte Mitlandleute und Bsatzigsbesucher – Veränderungen gehören zu unserem Leben! | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| II. | Zur Wirtschaft: Wirtschaftlich geht es in der Schweiz wieder aufwärts. Die grossen Firmen fahren Rekordgewinne ein. Die Kapazitäten in der Schweizer Industrie sind besser ausgelastet als im Boomjahr 2000. Die Wirtschaft wird dieses Jahr - wie im Vorjahr - um gut 2 Prozent real wachsen. Die Chancen stehen gut, dass der Aufschwung Stellen schafft und die Arbeitslosigkeit bis Ende Jahr noch sinken wird. Das wäre das überzeugendste Signal für einen anhaltenden Aufschwung. Unschön ist, dass sich diese positiven Entwicklungen auf die grossen Agglomerationen beschränken und dass die grossen Gewinnmargen oft nur von einigen wenigen Privilegierten eingesackt werden. Im Kanton Graubünden wie auch in unserem Kreis agiert der Tourismus als wichtigster Wirtschaftszweig in einem hart umkämpften und schrumpfenden Markt. Die Logiernächtestatistiken zeigen ungeschminkt auf, dass der Tourist sich von grossen Destinationen angezogen fühlt. Das Tirol generierte im ver-gangenen Jahr 42 Millionen Logiernächte. Demgegenüber stehen deren 12 Millionen in Graubünden. Wahrscheinlich haben uns die östlichen Nachbarn den Rang abgelaufen, indem sie frühzeitig auf grosse vernetzte Destinationen gesetzt und nachhaltig in eine moderne Hotellerie investiert haben, die den Kundenwünschen entspricht. Eine Studie des Wirtschafsforums Graubünden über den Kreis Churwalden hat aufgezeigt, dass die Anzahl der Arbeitsplätze in den letzten Jahren um dramatische 15 % abgenommen hat. Gründe dafür sind primär die bekannten Probleme im Wintersport sowie die Erosion der Anzahl der Beschäftigten in der Landwirtschaft. Auch die hohe Steuerbelastung in den meisten Kreisgemeinden sowie die überdurchschnittlichen Immobilienpreise in den tourismusnahen Gemeinden wirken sich hemmend auf die Entwicklung aus. Bezüglich der Zukunftsperspektiven nennt dieser Bericht Chancen für unseren Kreis, insbesondere durch seine Lage zwischen dem sich dynamisch entwick-elnden Wirtschaftsraum Churer Rheintal und der sich ggf. bildenden Tourismus-destination Lenzerheide/Arosa. Die Gemeinden Malix, Churwalden und Parpan haben am 9. März 2006 dem Beitritt zum Regionalverband Nordbünden zugestimmt. Damit gehören nun alle Kreisgemeinden dem gleichen Regionalverband an. Ich erhoffe mir, dass dieser starke Regionalverband Initiativen aus unserem Kreisgebiet nach Kräften unterstützen wird und insbesondere neue Impulse für die Entwicklung einer starken Tourismusdestination in unserem Gebiet geben wird. Schliesslich weist der Bericht auch auf die Bedeutung eines hervorragenden Schulangebotes für die Attraktivität eines Wohngebietes hin. Positiv ist zu erwähnen, dass die Firma Passugger wieder in Bündner Hände zurückgekehrt ist. Auf der Etikette dieser Passuggerflasche steht: Wir Bündner freuen uns über die Rückkehr von Passugger und Allegra. Gerne hoffen wir, dass das Projekt von Urs Schmid und seinem Team von Erfolg gekrönt sein wird. Wir sind auf die Arbeitsplätze in Passugg angewiesen. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| III. | Ich komme nun zum Bericht über die Tätigkeit der Kreisbehörden während der Amtsperiode 2002 bis 2005. Der Kreisrat traf sich in der Berichtsperiode 10 mal. Beim Kreispersonal gab es eine Mutation. Die langjährige Kreiskanzlistin und Kreisaktuarin, Ursina Philipp, hat Churwalden verlassen. An ihre Stelle wurde David von Känel, aus Schiers, gewählt. Die Kreispräsidentin hatte sich im Verlaufe der Amtsperiode 2002 bis 2005 wieder mit etlichen Straffällen zu befassen. Betroffen waren schwergewichtig die Bereiche Strafgesetz, Strassenverkehrsrecht, Jagd, Zivilschutz, Betäubungsmittelgesetz, AHV-Gesetz sowie die Ausländergesetzgebung. Im Strafmandatsverfahren wurden durch die Kreispräsidentin 204 Fälle beurteilt und erledigt. Bei 57 Fällen handelte es sich um Vergehen und Verbrechen mit einem angedrohten Strafmass bis zu drei Monaten Gefängnis. Bei 144 Übertretungsstraffällen, hier handelt es sich um strafbare Handlungen, die mit Haft oder Busse oder mit Busse allein bedroht sind, musste durch die Kreispräsidentin die Untersuchung geführt und ein Entscheid getroffen werden. In 18 Straffällen wurde eine Einstellungsverfügung erlassen. Zudem hatte sich die Kreispräsidentin mit drei Ehrverletzungsklagen zu befassen. Zivilsachen waren 102 zu behandeln, davon betrafen 55 Fälle erbrechtliche Angelegenheiten, wie Testamentshinterlegungen, Testamentseröffnungen, Einsetzung eines Willensvollstreckers, Massnahmen zur Sicherung des Erbganges etc. Zudem stellte die Kreispräsidentin in der Berichtsperiode 93 Erbbescheinigungen aus. Die übrigen Zivilfälle betrafen vorwiegend den Erlass von Amtsbefehlen und von allgemeinen Amtsverboten, Beweissicherungsverfahren sowie den Eintrag von Bauhandwerkerpfandrechten. Tombola- und Lottobewilligungen wurden 44 erteilt. Die Kreispräsidentin in der Rolle als Vermittlerin hatte insgesamt 44 Fälle zu behandeln. Davon wurden 38 Fälle durch Vergleich, Rückzug, Anerkennung oder Überweisung erledigt. Bei 6 musste der Leitschein als Voraussetzung für den Weiterzug an das Bezirkgericht ausgestellt werden. Hier ist anzumerken, dass sich gegenüber der Vorperiode die Anzahl der Sühneverhandlungen beinahe verdoppelt hat. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| IV. | Zum Schluss möchte ich danken: Ich danke der Gemeinde Churwalden für die grosse und mustergültige Arbeit bei der Vorbereitung und Durchführung der heutigen Landsgemeinde. Ich danke Herrn Pfr. Jürgen Dittrich und Herrn Pfarradministrator Klaus Rohrer für die eindrückliche Gestaltung der ökumeni-schen Feier. Ein spezieller Dank geht an die Musikgesellschaft Alpina unter der Leitung von Herrn Andreoli und den Tambouren der Musikgesellschaft Alpina für ihren grossen Einsatz im Rahmen des Bsatzigsprogramms. Die Oberstufen-schüler unter der Leitung von Musiklehrer Herrn Estermann haben mit ihrem Auftritt die Landsgemeinde bereichert, dafür danke ich herzlich. Mein Dank geht an die Fahnendelegationen der Vereine, welche traditionell Farbe in den Bsatzigszug bringen. Ein besonderer Dank geht an alle Helfer, letztere ange-führt von Gemeinderat Markus Roffler und OK Präsident Peter Geeser, für die schöne und feierliche Gestaltung unserer Bsatzig. Den Schülern der 6. Klasse von Frau Gall danke ich für die sehr aufwendige Herstellung der traditionellen "Bsatzigröseli" und Frau Doris Stricker für das Backen der „Bsatzigläbzälta“ für welche Hansjörg Conrad das traditionelle Rezept zur Verfügung gestellt hat. Ohne "Bsatzigsröseli" und "Bsatzigläbzäta" kann man sich die Churwaldner Bsatzig nicht vorstellen. Es ist mir ein grosses Anliegen, allen Amtsträgern des Kreises Churwalden meinen Dank für ihre gute Arbeit auszusprechen. Vorab gilt mein Dank den Mitgliedern der Vormundschaftsbehörde. Unter dem Präsidium von Lieni Jäger leisten Christian Salzgeber, Elsbeth Rellstab, Karl Geeser und Katharina Jenny eine sehr anspruchsvolle und oft sehr schwierige Arbeit. Den Kreisräten danke ich für die mir gewährte Unterstützung. Danken möchte ich an dieser Stelle allen Kreisfunktionären für ihren Einsatz : Herr David von Känel hat in seinen Funk-tionen als Kreisaktuar, Zivilstandsbeamter, Betreibungsbeamter, Kreiskanzlist und als Sekretär der Vormundschaftsbehörde ein gerütteltes Mass an Aufgaben wahrzunehmen – der Kreissteuerkommissär Herr Werner Eicher hat angesichts der Tatsache, dass wir alle nicht gerne Steuern zahlen keine leichte Aufgabe. Mein Dank geht an den Kreisweibel Jörg Hagmann, den Kreisarchivar Armin Gredig und den Kreisfähnrich Michael Ernst. Damit schliesse ich meinen Amtsbericht. Möge ein guter Geist über unserem Kreis und seiner Bevölkerung walten. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Churwalden, 21. Mai 2006 Brigitta Hitz, Kreispräsidentin | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||


